Warum Webdesign-Agenturen oft teurer sind als nötig

Transparenz ist kein Luxus. Sie ist eine Voraussetzung.

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Einleitung

Wer heute eine Website oder App erstellen lassen möchte, landet schnell bei einer Webdesign-Agentur. Große Teams, schicke Präsentationen, beeindruckende Referenzen. Das wirkt professionell – und ist es oft auch.

Doch Professionalität rechtfertigt nicht automatisch Intransparenz, unnötige Kosten oder psychologisch fragwürdige Verkaufsmechaniken.

Dieser Beitrag richtet sich nicht gegen Agenturen an sich. Er richtet sich gegen Strukturen, die sich über Jahre etabliert haben – und die Kund:innen oft erst dann bemerken, wenn es zu spät ist.

1. Der größte Kostenfaktor ist oft nicht die Leistung

In vielen Agenturmodellen zahlen Kund:innen nicht primär für die eigentliche Umsetzung, sondern für:

  • interne Overhead-Kosten
  • Vertriebsstrukturen
  • Projektmanager-Hierarchien
  • Meeting-Kaskaden
  • Markenauftritt & Eigenmarketing

Das ist legitim – aber selten klar kommuniziert.

Was Kund:innen erwarten:
„Ich bezahle für Konzeption, Design und Entwicklung.“

Was häufig passiert:
Ein relevanter Teil des Budgets fließt in Prozesse, die für das Endergebnis kaum Mehrwert liefern.

Das Problem ist nicht der Preis. Das Problem ist die fehlende Relation zwischen Preis und tatsächlicher Leistung.

2. Stundensätze, die niemand wirklich nachvollziehen kann

Viele Agenturen arbeiten mit hohen Stundensätzen. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden – wenn klar ist, wofür diese Stunden eingesetzt werden.

In der Praxis bleibt jedoch oft offen:

  • Wer arbeitet tatsächlich am Projekt?
  • Wie viele Stunden fließen in Abstimmungen statt Umsetzung?
  • Welche Aufgaben erfordern wirklich Senior-Know-how?

Für Kund:innen entsteht so leicht der Eindruck: „Ich zahle viel – aber verstehe nicht genau, wofür.“

Und genau hier beginnt das Vertrauensproblem.

3. Psychologische Verkaufsmechaniken statt sachlicher Beratung

Ein weiteres Thema, über das selten offen gesprochen wird, sind verkaufspsychologische Methoden, die im Agenturumfeld durchaus verbreitet sind:

  • künstliche Verknappung („Nur noch dieses Quartal verfügbar“)
  • Druck durch Deadlines („Wenn wir heute nicht starten, wird es teurer“)
  • Komplexität als Verkaufsargument („Das ist sehr technisch, das versteht man nicht so leicht“)

Solche Mechaniken sind nicht illegal. Aber sie verschieben den Fokus von Beratung zu Abschlussdruck.

Gerade für Selbstständige, Vereine oder kleine Unternehmen kann das zu Entscheidungen führen, die nicht auf echter Notwendigkeit, sondern auf Unsicherheit basieren.

4. Abhängigkeit statt Selbstbestimmung

Ein häufig unterschätzter Punkt: Viele Projekte werden so umgesetzt, dass Kund:innen langfristig abhängig bleiben:

  • keine saubere Dokumentation
  • proprietäre Lösungen ohne Notwendigkeit
  • Wartungsverträge, die kaum kündbar sind
  • technische Entscheidungen, die nicht erklärt werden

Auch hier gilt: Das kann sinnvoll sein, wenn es bewusst gewählt wird. Problematisch wird es, wenn diese Abhängigkeit nicht transparent kommuniziert wird.

5. Es gibt Alternativen – und sie sind nicht unseriös

Nicht jedes Projekt braucht:

  • ein großes Team
  • monatelange Projektphasen
  • fünf Abstimmungsebenen

Gerade kleinere und mittlere Projekte profitieren oft von:

  • direkter Kommunikation
  • klaren Festpreisen
  • technischer Transparenz
  • Entscheidungen ohne Vertriebsfilter

Diese Modelle sind nicht besser oder schlechter – sie sind einfach anders. Und Kund:innen sollten die Möglichkeit haben, bewusst zu wählen.

6. Was Kund:innen vor einer Beauftragung fragen sollten

Unabhängig davon, ob man mit einer Agentur oder einem Freelancer arbeitet:

  1. Wer arbeitet konkret an meinem Projekt?
  2. Wie setzen sich die Kosten zusammen?
  3. Was passiert nach Projektabschluss?
  4. Bin ich technisch abhängig – oder handlungsfähig?
  5. Was ist wirklich notwendig, was optional?

Seriöse Anbieter beantworten diese Fragen ohne Ausweichen.

Fazit: Kritik an Systemen ist kein Angriff auf Menschen

Es gibt hervorragende Agenturen mit fairen Modellen. Es gibt ebenso Einzelpersonen, die unseriös arbeiten.

Der Unterschied liegt nicht in der Größe, sondern in der Haltung:

  • Transparenz statt Komplexität
  • Beratung statt Druck
  • Klarheit statt Abhängigkeit

Wer digitale Projekte beauftragt, sollte nicht nur fragen:

„Wie gut sieht das Ergebnis aus?“

sondern auch:

„Wie fair ist der Weg dorthin?“

Häufig gestellte Fragen

Schnelle Antworten auf die wichtigsten Fragen

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